Um die vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Herzinsuffizienz. Darauf weist der neue Bericht der Deutschen Herzstiftung hin. Oft entsteht die Schwäche der Pumpe unbemerkt. Das macht die Erkrankung so tückisch. Ob auch Sie gefährdet sind, darauf gibt der Schnellcheck Antwort.
Ständig müde? Schnell außer Puste? Dahinter kann eine Herzschwäche stecken. Mediziner sprechen von Herzinsuffizienz, wenn das Herz nicht mehr alle Organe mit ausreichend Blut versorgen kann. Nach Schätzungen der Deutschen Herzstiftung betrifft das an die vier Millionen Menschen in Deutschland.
Üblicherweise pumpt das Herz pro Minute fünf bis sechs Liter Blut in Ruhe und bis zu 15 Liter bei Belastung durch den Körper. Ein schwaches Organ schafft manchmal nur noch 2,5 Liter. Das kann lebensgefährlich werden – wenn beispielsweise das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.
Herzschwäche ist die zweithäufigste Herztod-Ursache
Mehr als 480.000 Patienten landen jedes Jahr wegen einer Herzschwäche im Krankenhaus. Sie haben mit Atemnot, rapide abnehmender Leistungsfähigkeit oder starken Wassereinlagerungen (Ödemen) zu kämpfen. Unter den Herzkreislauf-Erkrankungen rangiert die Herzschwäche laut aktuellem Jahresbericht der Deutschen Herzstiftung auf dem zweiten Platz der häufigsten Herztodesursachen (um die 35.000 Menschen) – nach koronaren Herzkrankheiten, wozu auch der akute Herzinfarkt zählt.
Da sich eine Herzschwäche häufig schleichend entwickelt – beispielsweise nach anderen Erkrankungen, ist es wichtig, Veränderungen genau wahrzunehmen. Ein einfacher Schnellcheck der Schweizerischen Herzstiftung mit acht Fragen hilft Ihnen herauszufinden, ob Sie zum Arzt gehen sollten.
Herzschwäche-Test:
Empfehlung zum Herzschwäche-Test:
Wenn Sie mehr als zwei Fragen mit „Ja” beantwortet haben, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen und auf das Thema Herzschwäche ansprechen.
Besonders mit zunehmendem Alter steigt das Risiko. „Jeder, der unter Atemnot leidet, sollte ärztlich abklären lassen, ob eine Herzkrankheit, etwa eine Herzschwäche, die Ursache ist“, rät Kardiologin Christiane Tiefenbacher, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. „Je früher ein krankes Herz erkannt und behandelt wird, umso eher kann man einer Verschlechterung entgegenwirken.“
Das gelte besonders für Frauen. Denn Frauen haben generell ein etwas steiferes und kleineres Herz als Männer. Daher kann es sich schlechter dehnen und mit Blut füllen. Tiefenbacher erläutert, dass es dies durch eine höhere Pumpleistung ausgleicht. Wenn Frauen älter werden, macht sich diese anatomische Gegebenheit häufiger bemerkbar: Je älter sie werden, umso mehr nimmt die Herzgröße ab. In den Wechseljahren bildet sich zudem Bindegewebe im Herzen durch die verringerte Östrogenproduktion und gleichzeitige Blutdrucksteigerungen. Das Herz verliert weiter an Elastizität.