Die Schoko-Völlerei: Wie viel gesund ist – und ab wann es bedenklich wird

2023 hat die deutsche Süßwarenindustrie rund 230 Millionen Schoko-Osterhasen produziert – der Rekord vom Vorjahr wurde damit zwar nicht erreicht, aber wie viel Schokolade darf es an Ostern eigentlich sein, ohne dass wir uns Gedanken über gesundheitliche Folgen machen zu müssen?

Osterzeit ist Naschzeit. In der Woche vor Ostern kaufen die Deutschen mehr Süßigkeiten ein als in allen anderen Wochen des Jahres. Dabei unschlagbar auf Platz eins: Der Schoko-Osterhase. Mehr als 200 Millionen werden davon laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) jährlich allein hierzulande produziert – und das nicht allein wegen seiner hübschen Optik. Schokolade zählt wegen ihres unvergleichlichen Geschmacks seit jeher zu den beliebtesten Genussmitteln. Ob jung oder alt, es gibt wohl kaum jemanden, der der Süßigkeit widerstehen kann.

Im Jahr 2022 wurde ein Rekord erreicht mit 239 Millionen Schoko-Osterhasen. Dieser Rekord wurde dieses Jahr nicht erreicht, lediglich 230 Millionen Schoko-Osterhasen sind es in diesem Jahr geworden.

Schokolade macht uns glücklich

Verwerflich ist das in keinem Fall, schließlich haben Lebensmittelwissenschaftler aus der Kakaobohne jene Inhaltsstoffe extrahiert, die dem Genussmittel ihr unvergleichlich besonderes Aroma verleihen. Nur das Zusammenspiel mehrerer unterschiedlicher chemischer Verbindungen führt zu dem einzigartig intensiven Geschmack guter Schokolade.

Zudem stimuliert der enthaltene Zucker das Belohnungssystem im Gehirn und sendet Glückshormone aus. Der Botenstoff Dopamin löst im Körper nachweislich ein Wohlgefühl aus und führt zu dem Verlangen, uns erneut so zu fühlen – also können wir streng genommen eigentlich nichts dafür, dass uns Schokolade so gut schmeckt.

Klingt gemeingefährlich, ist es aber eigentlich gar nicht, denn im Gegensatz zu Drogen macht Schokolade auf lange Sicht gesehen nicht süchtig. Allein eine mangelnde Selbstbeherrschung kann der Verführung der beliebten Süßigkeit zum Opfer fallen. Doch ist das hin und wieder wirklich so schlimm? Wie viel Schokolade am Tag ist noch vertretbar? Und wie wirkt sie sich auf unseren Körper aus?

Kakao – ein wahrliches Superfood

Zunächst die positiven Seiten: Es zeigt sich, dass der regelmäßige Verzehr von Schokolade sogar gesundheitliche Vorteile mit sich bringen kann. Die im Kakao enthaltenden Flavanole – sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe – können die Blutgefäße elastischer machen und so leicht blutdrucksenkend wirken.

Hier gilt aber: Je dunkler die Schokolade, desto besser. Der Kakaoanteil von dunkler Schokolade ist mit mindestens 60 Prozent Kakaomasse am besten gewählt und enthält die meisten Flavanole. Weiße Schokolade ist hingegen frei von Kakao, in ihr kommt nur Kakaobutter – das Fett der Kakaobohne – und Zucker vor. Neben Flavanolen ist Kakao reich an Magnesium, Eisen, Calcium sowie Vitamine E, B1, B2 und Niacin.

Die gesundheitlichen Vorteile des Kakaos geben uns aber leider keinen Freifahrtschein zum grenzenlosen Naschen. Schließlich besteht herkömmliche Schokolade meist zu einem großen Teil aus Zucker – und der macht uns auf lange Sicht nicht nur dick, sondern auch krank.

Das Problem mit dem Zucker

Vorneweg: Zucker per se ist nicht „schlecht“. In zu hohen Maßen genossen, kann er jedoch zu Übergewicht und Fettleibigkeit sowie Krankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen, kardiovaskulären Erkrankungen, Krebs und Gelenkerkrankungen führen.

Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft liegen die direkten Kosten, welche durch Folgeerkrankungen einer zu hohen und häufigen Zuckerzufuhr entstehen, bei mehr als 8,6 Milliarden Euro jährlich – das berichtet die „Ärztezeitung“.

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  • Die drei Fachgesellschaften halten die wissenschaftliche Studienlage zu den negativen Auswirkungen eines zu hohen Zuckerkonsums zudem inzwischen für ausreichend, um konkrete Obergrenzen für den täglichen Konsum an Zucker zu empfehlen: Nicht mehr als zehn Prozent des täglichen Kalorienbedarfs von 2000 Kilokalorien sollen in Form von Zucker konsumiert werden – das sind umgerechnet maximal 50 Gramm Gesamtzucker. Allein diese Menge steckt durchschnittlich in einer Tafel Schokolade – oder einem durchschnittlichen Schoko-Osterhasen.

    Das Problem: Die 50 Gramm umfassen nicht allein den Haushaltszucker, wie er in Schokolade oder Gummibärchen steckt, sondern auch Zucker aus Früchten, Fruchtnektar oder Obstsäften jeglicher Art. So wird der Tagesbedarf schnell überschritten – bei Erwachsenen um 40 Prozent, bei Kindern und Jugendlichen sogar um satte 75 Prozent. Zu viel Zucker kann im Körper dann viel Schaden anrichten: Karies, Haarausfall, Hauterkrankungen, Antriebslosigkeit, Müdigkeit oder Nervosität sind nur wenige der Folgeerscheinungen einer dauerhaft zu hohen Zuckerdosis.  

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    Wie viel (Oster-)Schokolade darf es denn nun sein?

    Wie auch in vielen anderen Bereichen, gilt aber auch bei der Schokolade die Leitlinie: Die Dosis macht das Gift. Da Schokolade sehr kaloriendicht ist, ihr aber wichtige Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe fehlen, sollte sie auch an Ostern nicht den Großteil der Ernährung ausmachen.

    Selbst wenn Sie aber an den Feiertagen mal über die Stränge schlagen, ist das auch kein Drama – solange es eine Ausnahme bleibt. Problematisch wird der Schokoladenhunger erst, wenn er täglich im Übermaß auftritt. Dann heißt es: Radikaler Entzug und ein Check-Up beim Hausarzt.

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