Der Fall Duogynon: Schädigen synthetische Steroide das Ungeborene?

Jahrzehnte nach der Marktrücknahme von Duogynon® ist immer noch offen: War das ehemalige Hormonpräparat schuld an Fehlbildungen? In deraktuellen DAZ-Ausgabe gibt Professor Ralf Stahlmann, Pharmakologe undToxikologe, einen Überblick zur bisherigen Datenlage. Aus seiner Sicht ist eineteratogene Wirkung durch die synthetischen Hormone Ethinylestradiol undNorethisteron unwahrscheinlich. Die mutmaßlich Betroffenen sehen dies allerdingsanders.

Synthetische Sexualhormone als Schwangerschaftstest einzunehmen, würdewahrscheinlich heutzutage kein Apotheker und kein Arzt empfehlen. Zwischen 1950und 1980, bevor HCG-Teststäbchen handelsüblich wurden, war dies aber durchaus einegängige Praxis. Die ehemaligen Duogynon®-Dragees wurden unter anderem als hormonellerSchwangerschaftstest angewendet.

Dasfrühere Schering-Präparat mit den Wirkstoffen Norethisteronacetat undEthinylestradiol steht unter Verdacht, das Ungeborene zu schädigen. Gibt eshierbei einen kausalen Zusammenhang? Durch Initiativen mutmaßlich Betroffener sowievon Politikern wird diese ungeklärte Frage immer wieder aktuell. Derzeit liegtder europäischen Arzneimittelbehörde auch eine Anfrage aus Großbritannien vor, wodie Schering-Dragees unter dem Namen Primodos® in Verkehr waren.

Stahlmann:Zusammenhang unwahrscheinlich 

Inder aktuellen DAZ-Ausgabe geht Professor Ralf Stahlmann dieser politisch undethisch brisanten Fragestellung nach. Der Experte für Pharmakologie und Toxikologie an der BerlinerCharité hat in seinem Übersichtsbeitrag mehrere epidemiologische Studienausgewertet. Stahlmann führt den Leser durch die Historie, seit erstmals Verdachtsmomenteüber mögliche fruchtschädigende Wirkungen synthetischer Steroide bekanntwurden bis hin zum aktuellen Stand der Datenlage zu Duogynon.  

Außerdemzeigt der Autor auf, wie schwierig es bei Fehlbildungen ist, einen kausalenZusammenhang herzustellen. Stahlmannkommt zu dem Schluss, dass teratogene Wirkungen durch den hormonellen Schwangerschaftstest unwahrscheinlich seien.

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